Peter-André Alt – Die Kanzler und die Intellektuellen. Geschichte einer unbequemen Beziehung.
VortragsveranstaltungDienstag, 8. September 2026, 20.00 Uhr, Theatertreff
Geist und Macht – das war schon immer ein spannungsgeladenes Verhältnis. Dass die Intellektuellen den Mächtigen nichts schenken, liegt ebenso in der Natur dieser Beziehung wie die Reserve der Politiker gegenüber selbstherrlichen Literaten, die alles besser wissen, ohne in der Verantwortung zu stehen. Peter-André Alt hat sich von Konrad Adenauer bis Olaf Scholz die Bundeskanzler und ihre Beziehung zum geistigen Leben der Republik genau angeschaut. Das Ergebnis ist ein höchst aufschlussreiches Buch über die politische Kultur der Bundesrepublik, prallvoll mit Geschichten von Heinrich Böll und Günter Grass, Wolf Biermann und Christa Wolf, Eva Menasse und Juli Zeh.
Regierungschefs und kritische Intelligenz eines Landes haben gemeinsam, dass sie sich Gedanken über die großen Streitthemen der Nation machen. Oft aber sind sie sich uneins – mal über die politischen Ziele, mal über die richtigen Wege dorthin. Wiederbewaffnung und Pressefreiheit, Ost-West-Antagonismus, Notstandgesetze und Studentenrevolte, Entspannungspolitik, Terrorismus und Nachrüstung, Umweltbewegung und Wiedervereinigung, Migrationspolitik und Integrationsdebatte – über all diese Themen wurde in öffentlichen Debatten gestritten, in denen linke Intellektuelle oder rechtsstehende Gelegenheitsreaktionäre auf den offiziellen Kurs der Politik Einfluss nahmen oder es versuchten. Peter-André Alt hat zum ersten Mal zusammenhängend dieses Beziehungsgeflecht untersucht und für die Zeitgeschichte erschlossen.
Peter-André Alt, geboren 1960 in Berlin, ist Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, zuerst an den Universitäten Bochum und Würzburg, und seit 2005 an der Freien Universität Berlin, die er von 2010 bis 2018 als Präsident leitete. Von 2018 bis 2023 war er Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Literatur der Frühen Neuzeit, der Weimarer Klassik und der klassischen Moderne. Unter seinen zahlreichen Fachpublikationen sind im Besonderen seine Biographien zu Friedrich Schiller (2004), Franz Kafka (2005) und Sigmund Freud (2016) zu nennen.
Der Eintritt beträgt für Mitglieder 5 Euro, für Nicht-Mitglieder 10 Euro, Studierende erhalten bei Vorlage des Kultursemestertickets freien Eintritt.
Vorverkauf:
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Tel.: 0251-44926, Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10-18.30 Uhr, Sa: 10-15 Uhr

