Walter Gödden - Paul Schallück. Die Neuentdeckung eines Vergessenen
VortragsveranstaltungMittwoch, 21. Oktober 2026, 20.00 Uhr, Theatertreff
Wer war Paul Schallück? Erinnert sich noch jemand? Heute ist er weitgehend vergessen, zu seinen Lebzeiten war das anders. Er zählte zu den bekanntesten Schriftstellern deutscher Sprache, war festes Mitglied der Gruppe 47, wurde vom renommierten S. Fischer Verlag verlegt, seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt. Der Wegbegleiter Heinrich Bölls und Freund Paul Celans war ein Vertreter der sog. Trümmerliteratur, die sich, dem Phänomen deutscher "Vergesslichkeit" trotzend, der Aufarbeitung des Holocaust und nationalsozialistischer Verbrechen widmete.
Nun sind neue Zeugnisse aufgetaucht, 225 bislang unbekannte Briefe, die Einblicke in Schallücks Lebenswelt und sein Innenleben gewähren und Aufschluss darüber geben, was es zwischen 1950 und 1970 hieß, als freier Schriftsteller zu reüssieren. Der Literaturwissenschaftler und Autor Walter Gödden stellt einen Schriftsteller vor, dessen Werk heute aktueller den je ist, weil es gesellschaftliche Analyse und literarisches Vermögen beispielhaft vereint.
Walter Gödden, 1955 in Beckum geboren, initiierte und leitete das Museum für Westfälische Literatur, war Geschäftsführer der Literaturkommission für Westfalen und Hochschullehrer in Paderborn. Er hat über 250 Publikationen herausgegeben und wegweisende Monografien verfasst, unter anderem über Anette von Droste-Hülshoff. In über 600 Essays hat sich Walter Gödden speziell mit der Literatur Westfalens befasst: er kuratierte Ausstellungen und schrieb Hörspiele und Drehbücher. Walter Gödden wurde u.a. mit dem Literaturtaler des Landes NRW ausgezeichnet.
Der Eintritt beträgt für Mitglieder 5 Euro, für Nicht-Mitglieder 10 Euro, Studierende erhalten bei Vorlage des Kultursemestertickets freien Eintritt.
Vorverkauf:
ROSTA Buchladen, Aegidiistr. 12, 48143 Münster - buchladen@rosta-online.de -
Tel.: 0251-44926, Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10-18.30 Uhr, Sa: 10-15 Uhr
Bernd Roeck – Wallenstein. Gewalt, Geld, Glaube. Eine Biographie
VortragsveranstaltungSamstag, 31. Oktober 2026, 20.00 Uhr, Theatertreff
Albrecht von Wallenstein (1583-1634) ist eine der faszinierendsten Gestalten der gesamten europäischen Geschichte. Sein Leben inspirierte die Dichter, sein gewaltsames Ende bot Stoff für Legenden. War er tatsächlich ein skrupelloser Verräter, der immer noch höher hinaus wollte? Oder hätte er Frieden bringen können in einem der furchtbarsten Kriege, die je auf deutschem Boden tobten? Durch den Handel mit Soldaten, Rüstungsgütern und andere Geschäfte erwarb Wallenstein maßlosen Reichtum und steig aus niedrigem Landadel zum Herzog und Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee auf.
Bernd Roeck, exzellenter Kenner der Epoche, berichtet vom Markt der Gewalt, auf dem sich Kriegsunternehmer wie Wallenstein mit Menschen versorgten. Er erzählt von einer Zeit, in der man in Europa Schlachten um die Religion schlug und damit namenloses Leid über die Bevölkerung brachte. Derweil suchte auch Wallenstein den Rat der Sterne und ließ sich von Johannes Kepler das wohl berühmteste Horoskop der Weltgeschichte erstellen. Gewalt, Geld und Glaube: Wallenstein, der so brutale wie intelligente Söldnerführer, wird in dieser großen neuen Biographie auf erstaunliche Weise lebendig.
Bernd Roeck, geboren 1953 in Augsburg, war bis 2019 Professor für Allgemeine und Schweizer Geschichte der Neueren und Neuesten Zeit an der Universität Zürich. Davor war er von 1986 bis 1990 Direktor des Deutschen Studienzentrums Venedig und von 1991 bis 1999 Professor für Geschichte an der Universität Bonn, von 1996 bis 1999 auch Generalsekretär des italienisch-deutschen Zentrums Villa Vigoni. Bernd Roeck legte zahlreiche Veröffentlichungen zur Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte vor, namentlich zur Stadtgeschichtsforschung und zur Geschichte von Randgruppen und Minderheiten. 2001 erhielt er den Philip Morris Forschungspreis für Geisteswissenschaften.
Der Eintritt beträgt für Mitglieder 5 Euro, für Nicht-Mitglieder 10 Euro, Studierende erhalten bei Vorlage des Kultursemestertickets freien Eintritt.
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